Unser Bier auf der Intensivstation
Der Grund für diese eher ungewohnte Kundschaft von Unser Bier erklärt sich so: Auf der Intensivstation des Unispitals findet eine Studie unter dem Titel «A randomised placebo-controlled double-blind exploratory trial within cohort using wheat beer for prevention of delirium in intensive care patients». statt Eine Studie also, bei der abgeklärt werden soll, ob die Verabreichnung von Weizenbier der Vorbeugung von Delir bei Patienten auf der Intensivstation dienen kann.
Delir ist auf der Intensivstation eine enorme Belastung
Dazu muss man wissen, dass bei Patienten, die auf die Intensivstation kommen, nicht selten ein Delir eintritt. Dieses äussert sich in einem akuten Verwirrungszustand. Der Patient ist desorientiert, halluziniert, kann hyperaktiv und aggressiv werden und ist eine enorme Belastung für das Personal. Die Folgen sind erhöhte Sterblichkeit, längerer Aufenthalt auf der Intensivstation und im Spital, was natürlich höhere Kosten verursacht. Ein Faktor, der bei Kosten von bis zu 30'000 Franken pro Tag enorm zu Buch schlägt! Hinzu kommen kognitive und physische Funktionseinschränkungen als Langzeitfolgen.
Kann Weizenbier das Aufkommen von Delir verhindern?
Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit eines Delirs zu senken, ist der Co-Leiter der Intensivstation, Professor Martin Siegemund, auf die Idee des Versuchs mit dem Weizenbier gekommen. Statistiken des Bundes zeigen, dass in der Gesellschaft ein mehr oder weniger moderater Alkoholkonsum weit verbreitet ist. Die plötzliche Abstinenz bei regelmässigem Alkoholkonsum, so die Annahme, erhöhe die Anfälligkeit für das Delir. Und die Verabreichnung von Alkohol und Hopfen könne die Rate der neu auftretenden Delirien auf der Intensivstation verringern.
Die Studie, die seit Februar 2021 läuft, sieht folgendes Vorgehen vor: Nach Zufallsprinzip ausgewählte Patienten erhalten während sechs aufeinander folgenden Tagen um 20 Uhr einen halben Liter Weizenbier direkt über die Magensonde. Eine Kontrollgruppe erhält auf gleiche Weise einfach nur Wasser als Placebo. Der Versuch ist verblindet, weder das Pflegepersonal noch die behandelnde Ärzteschaft wissen, was verabreicht wird. Und die dritte, wesentlich grössere Gruppe, erhält gar nichts. Die Studie wird übrigens streng kontrolliert durch die Ethikkommission Nordwest- und Zentralschweiz (EKNZ).
Studie läuft bis 2027
Zu den bisherigen Erfahrungen kann Jan Huber, Projektleiter und Wissenschaftlicher Arzt der Forschungsgruppe «Klinische Intensivmedizin» von Prof. Siegemund, noch nichts sagen. Die erste Intervention fand im April 2023 statt und bis heute nahmen 17 Patient/innen an der Studie teil. Der Plan sieht pro Jahr 25 Patient/innen vor, das Studienende ist für 2027 geplant. Als «best case» bezeichnet der Arzt das Studienergebnis, wonach Weizenbier die Delir-Inzidenz bei IPS- Patient/innen mit moderatem Alkoholkonsum senkt.
Wenn dem tatsächlich so ist, dann stünde in der Welt der hochtechnisierten und extrem teuren Intensivstation ein sehr kostengünstiges, sicheres und überall erhältliches Mittel zur Verhinderung von Delirien zur Verfügung. Die Kosteneinsparung auf der Intensivstation könnte, was bei den rasant steigenden Gesundheitskosten ein wichtiger Faktor ist, um die 20 Prozent betragen!
Unser Bier freut sich, mit seinem gesponserten Weizenbier an der Studie beteiligt zu sein. Auf die Frage, warum denn gerade das Weizenbier von Unser Bier zum Zug kommt, antwortet Jan Huber: «Weil es gut und weil es bio ist.»